Die Drahtzieherei


Dieses Werk verarbeitete werkseigenes Eisen und zwar die besten und zähesten Stangen des Kraus- und Feineisens. Der Drahtzug ist 1769 als Blankschmiede erbaut, als Drahtzieherei von 1787 an benutzt worden. Die Feineisenstangen wurden zunächst in einem Ofen mit Buchenholzfeuerung geglüht, um sie weich zu machen und nach dem Erkalten mittels großer Zangen, die das Wasser bewegte, durch zunächst weite und dann immer engere Löcher gezogen. Diese Löcher waren trichterförmig und befanden sich in einer stählernen Platte, dem Zieheisen. Da der Draht durch das Ziehen hart wurde, mussten Glühen und Durchziehen wiederholt werden, bis der Draht die verlangte Stärke hatte. Bei den feineren Sorten geschah das Ziehen mittels hölzerner, vom Wasser bewegtet Zylinder, die sich um ihre eigene Achse drehten, dabei den Draht aufwickelten und durch die feine Öffnung zogen. Um 1800 wurden alle Sorten bis Größe 36 ( feinster Klaviersaitendraht ) hergestellt. Um diese Zeit wurde das hiesige Eisen als sehr geeignet zum Drahtziehen bezeichnet, da es zäh und weich war. Nur die Zieheisen aus Mägdesprunger Stahl waren zu weich. Man setzte ihnen daher steirischen Stahl zu. Bei den 46 Drahtwerken, die um 1800 allein im Harz arbeiteten, war natürlich der Wettbewerb sehr stark. Gewalzter Draht wurde in Deutschland erst seit 1820 hergestellt. Der Ertrag des Drahtwerkes schwankte sehr stark. 1796 betrug er 930 Thaler. Auch das Carls - Werk ( Mägedesprung ) wurde zunächst als Drahtwerk benutzt. Hier wurde der Draht gewalzt, daneben bestand die alte Drahtzieherei noch weiter, warf aber schon 1836 keinen Ertrag mehr ab. Ihr Schicksal war bei den hohen hiesigen Materialpreisen besiegelt. 1842 wurde die Drahtfabrikation eingestellt und das Carls - Werk der Maschinenfabrik als besondere Werkstätte zugewiesen und zwar in der Hauptsache als Dreherei eingerichtet. Der Drahtzug, der in den nächsten Jahren baufällig wurde, ist um 1845 abgebrochen worden. Seine günstige Lage und das ausgezeichnete Wassergefälle ließen indes einen Verkauf nicht ratsam erscheinen. Mehrfach erwog man die Einrichtung neuer Werke an diese Hüttenstätte. Die Drahtvorräte aus dem Magazin wurden bis 1847 abgesetzt.

Für die freundliche Unterstützung danken wir Herrn Mente ( Harzgerode ) sowie dem Archiv der Hütte zu Mägdesprung.

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